Top-Ziele in Süd-Europa - Neapel

Top-Ziele in Süd-Europa - Neapel

Wie eine Muschel liegt Neapel in der Bucht. Wer in das Innere der Stadt vordringt, erlebt jede Menge Überraschungen - und das brodelnde Leben, das als Quelle für die gängigen Italien-Klischees wunderbar herhalten kann. Neapel ist ein Erlebnis, eine Sünde, ein Traum.

Vor 3.000 Jahren gingen hier im Golf griechische Siedler an Land und gründeten eine neue Stadt - "nea polis", die neue Stadt, Neapel. So ziemlich alle Völker, die in den vergangenen Jahrtausenden segeln konnten, haben hier ihre Spuren hinterlassen. Und noch heute ist der römische Stadtplan erkennbar, denn die Hauptstraßen sind rechtwinklig angeordnet und immer wieder öffnet sich dem Besucher zum Hang hin ein kilometerlanger Blick in eine Straßenschlucht.

Neapel ist ein exzellenter Startpunkt für zahlreiche Exkursionen: Der Vesuv, die römischen Ruinen von Pompeji und das Herkulaneum. Die Inseln Ischia und Capri, die wunderbare Amalfi-Küste und die griechischen Tempelanlagen von Paestum liegen in Reichweite, dazu wunderschöne Strände und ein traditionell geprägtes Hinterland voller Herzlichkeit und Faszination.

In Neapel tobt das Leben. Kaum eine andere italienische Stadt ist so laut, so schnell, so ungestüm - aber auch so liebenswert. Dies verkörpert allein der Singsang des Neapolitanischen. Um Neapel zu atmen, genügt es, sich in eine der unzähligen Bars zu stellen und zuzuhören, zu genießen.

Die Altstadt bietet tolle Einkaufsmöglichkeiten: Die Via San Sebastiano ist berühmt für ihre Instrumentenhändler, die Via Port-Alba ist die Straße der Buchhändler. In der Via San Gregorio Armeno gibt es ganzjährig die berühmten neapolitanischen Weihnachtskrippen. Von der Via Benedetto Croce bis hin zum Piazza San Domenico finden sich unzählige fliegende Händler, die aus ihren Handkarren Gedichte, lokale Spezialitäten, Photos von Schauspielern und Sporthelden verkaufen. Wer es glaubt, kann sich hier auch die Tarot-Karten legen lassen.

Im vielbesungenen Golf von Neapel, in Sichtweite des Vesuvs, liegen Trauminseln. Capri mit seiner berühmten blauen Grotte ist eine davon und gleich daneben liegt ein ungleich weniger beachtetes Juwel: Ischia, Insel der Götter. Der Entstehungsmythos Ischias erzählt vom Kampf der olympischen Götter mit den Zyklopen, Söhne der Erdmutter Gaia. Der Oberriese Tifeo stürzte ins Meer und wurde unter Steinen begraben – so entstand Ischia (sprich: Iskia). Der Unhold spuckte Feuer und weinte in seinem Grab. Noch bis ins 15. Jahrhundert gab es auf Ischia vulkanische Aktivität und aus den Tränen des Zyklopen wurden heiße Quellen, die überall auf der kleinen Insel sprudeln und das liebenswerte Eiland zum Wellness-Paradies moderner Prägung machten. Einige Quellen sind radioaktiv, viele enthalten Schwefel- und Alkali-, manche auch Brom- und Jodsalze.